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07.-09. August 2011
Ins Hotel gings dann auch nicht gleich, sondern Jörg Treichel sammelte mich (und eine Kommilitonin aus Bachelorzeiten) im Zentrum ein und erstmal gings zu einem seiner Lieferanten. Nicht zu irgendeinem von denen sondern der Uni Kassel auf die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen. Dazu muss man wissen, dass gleich neben Hann Münden in Witzenhausen die Uni Kassel ihren Landwirtschaftszweig (rein ökologisch) sitzen hat.
Also haben wir uns erstmal auf 300 ha Staatsdomäne mit Feld und Vieh vertraut gemacht. Angefangen hat das bei einem Labyrinth im Maisfeld, dass wir aber den Kindern überlassen haben und in Richtung Kuhställe. Man merkt, dass die Staatsdomäne nicht der klassische Versuchshof ist… Ökohoflädchen, Gemüsefelder zum selber ernten und ein Baucaontainer als mobiler Hühnerstall.
Dr. Christian Krutzinna führte uns über das Gelände, dass neben den landwirtschaftlichen Schätzen auch reich an Gebäuden ist. Das alte Zentralgebäude aus Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert sucht nach einem Investor umd den ganzen Hof wieder zum glänzen zu bringen.
posted on 12.08.2011 - Zum Besuch auf der Staatsdomäne vielleicht nochmal mehr, danach ging die Reise dann nämlich ins Biohotel Werratal, durch die Ausläufer des Weserberglands ins Hotel. Das Hotel macht den charmanten Eindruck eines Projekts an das mit Herz herangegangen wurde und das langsam aber sicher Gestalt annimmt. Man merkt deutlich wie der nachhaltige Gedanke und biologische Grundsätze immer wichtiger wurden… man kann dem Ehepaar Treichel aber die Innovationslust nicht absprechen, da wird von einer Minute zur nächsten Ökostrom bezogen, lange nach den richtigen Terassentischen gesucht, Eichenholzdielen schwimmend verlegt (Tip des Hoteliers: Ökozentrum Kassel) und so weiter.
Das ganze macht einfach einen sympathischen Eindruck, der Ausblick ist idyllisch auf die Werra, die Autobahnbrücke über einem erinnert jedoch daran, wie nah man doch an der Zivilisation ist. Seit Jahren klagt das Hotel auch für eine Schallschutzmauer vor die hinter dem Hotel gelegene Bahnlinie, Unterschriftenliste hierzu kann jeder Hotelgast an der Rezeption unterschreiben. Vor ein paar Jahrzehnten war das Hotel aber dafür mit einem eigenen Bahnhof gesegnet, da aber ein paar Stationen weiter die Grenze zur DDR war, lässt sich das Verkehrsaufkommen nun nicht wirklich vergleichen.
Das Hotel ist Wanderhotel es gibt Kanu und Wasserski auf der Werra vor der Haustür und das Werratal ist ein beliebter Radweg, so ist es trotz der Nähe zur Autobahn nicht nur ein Hotel für Durchreisende. Nach einem Projekt des Landkreises Göttingen, die Wanderwege neu zu beschildern und Karten zu erstellen.
Kanufahren und Wasserski waren bei dem eher wechselhaften Wetter eher nicht so angesagt, aber Wanderschuhe und Regenjacke ja im Gepäck, also runter an die Rezeption gegangen, nach einer Wanderkarte gefragt und den nächsten Weg hinterm Hotel den Hügel hoch. Den mir vorgenommenen Weg hab ich dann zwar nicht so leicht gefunden (da hinkt der Landkreis wohl noch hinterher) aber das Lau-/Grundbachtal, dass gleich hinterm Hotel anfängt hatte auch seinen Reiz. Ein dunkler Wald so wie man ihn in der Gegend erwartet. Zurück dann über Felder und Wiesen und das Dorf Laubach bis zurück zu Bahngleisen und Werra.
posted on 05.09.2011 - Jetzt mal gestern in meine Post-Entwürfe geschaut… da ich eigentlich endlich was zum Gutshaus Stellshagen schreiben wollte (bin da im Verzug dank des Umstandes, dass sich mein Laptop-Akku einen Tag nachdem die Garantie abgelaufen war verabschiedet hatte…). Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass ich beim Biohotel Werratal ja eigentlich das wichtigste vergessen hatte… das Essen und was dazu kommt noch ein weiterer Teil des dortigen Einkaufs. Nach dem Besuch auf dem Gut der Universität… hatte Jörg noch anderes für mich in Planung. Es ging nach Göttingen zum dort ansässigen Naturkostgroßhändler (Naturkost Elkershausen), wo uns die Verkaufsleiterin XX durch die Hallen führte. Da merkt man was ein Vollsortimentgroßhandel für eine logistische Leistung ist und dann dazu noch mit Anspruch regionale Zulieferer im Sortiment zu haben. Auf jeden Fall ein sehr lehrreicher Besuch der mal wieder zeigte, dass derBiobereich doch etwas anders tickt und eben nicht nur der Marktgedanke über allem steh.
Nach dem Einkaufen hab ich mich dann noch zu ner kurzen Wanderung aufgerafft, die Mischwälder dort sind wirklich eine Augenweide, die Fotos stehen ja schon auf Facebook.
Das Abendessen war dann zusammen mit einem Stammgast des Hauses, der (jetzt Rentner) die Entwicklung der gehobenen Gastronomie und Weikultur in Deutschland mitgelebt und erfahren hat. So gabs nicht nur eine gute Grundlage zu Gesprächen sondern die Küche wollte auch wirklich zeigen, was sie drauf hatte. Zu den tollen Weinen aus ökologischem Anbau gab es dann Fenchel-Orangen Suppe (den Salat kannte ich aus Süditalien aber als Suppe wurde dieser Geschmack großartig von dort nach Mitteldeutschland transportiert), Fisch-Canneloni und Rind-Kräuterrouladen. Tolle Küche, die meine Erinnerungen an meine ersten Essen in besseren Restuarants wieder hervorholte. Übrigens als Geheimrezepttip erinnere ich mich immer noch an die Gemüsemaultasche mit ein paar Pilzen (und ganz viel Butter) da hat Südniedersachen bei mir Schwaben den Rang abgelaufen.