Biodyssey im BIO-Hotel Veitenhof

    Informationen über ALEJANDRO BOUCABEILLE
    30.-02. Oktober 2011

    Willkommen im Veitenhof im Ötztal!

    posted on 16.10.2011 - „Was du rein tust, kommt raus“

    sagte der Hausherr Gustl gestern Abend zu Nicolas und mir. „Nein, er nehme nie billiges Futter. Denn dieses schlechte Silo-Futter sei alles andere als qualitätsfördernd.“, antwortet er entschieden auf meine Frage, wie er in schlechten Zeiten vorgehe. Er fügt noch treffend hinzu, denn „einem geschenktem Gaul, schaut man nicht ins Maul“. Die Diskussion mit diesem einzigartigen Gastgeber und interessanten Menschen geht weiter…

     So beginnt mein erster Abend am Veitenhof im wunderschönen Ötztal. Dieses Biohotel im Niederthai war für uns alles andere als leicht zu finden. Mein Begleiter und ich brauchten relativ lange um es aufzuspüren (was sich später als gut herausstellen sollte, da es dadurch nicht vom Massentourismus erschlossen wird). Da es Abend war und wir schon etwas müde waren, ging unsere Laune während unserer sprichwörtlichen Odysee in unserem Cabriolet etwas nach unten. Im Hotel angelangt allerdings, begrüßte uns Frau Leiter so herzlich, dass wir glücklich waren, doch angekommen zu sein. „Ja, mein Lieberl….diese Reise hat sich doch gelohnt.“ fasste mein Begleiter treffend zusammen. Dieser schöne Aufenthalt begann mit einem so leckeren Abendessen, das mir die Worte fehlten. Das Menü war ausgezeichnet, die Gemüsetartletts mit der leckeren Sauce der heiße Favorit!

    Nach den kulinarischen Genüssen (erwähnt sei hier dieser erfrischende Bio-Alpfelspritzer) begann das oben bereits erwähnte Gespräch zwischen dem Gastgeber-Ehepaar und den zwei Bioodyssey-Gefährten. Gustl: „Ich produziere nicht, ich handle nicht. Für mich ist Qualität und Ehrlichkeit das Wichtigste. Ich besitze seit 23 Jahren Angus-Rinder und es ist bei uns noch nie ein Kalb gestorben“.

    In unserer Zeit der einzigartigen EU-Subventionen, des enormen Einflusses von Kapital und der Lebensmittelindustrie-Lobbys auf die Land- und Viehwirtschaft und der zunehmenden Entfremdung kann nicht jeder Agronom von sich mit ruhigem Gewissen behaupten kein schlechtes Silo-Futter zu verwenden. Die Familie Leiter ist eine außergewöhnliche Familie. Erst galten sie als Verrückte, weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen lokalen Akteuren auf verschiedenster Art und Weise einen anderen Weg gingen. Heute gelten sie zwar noch nicht als Pioniere, zumindest aber als Lieferanten höchster Qualität und natürlich gilt der Veitenhof schlechthin als Geheimtipp für Feinschmecker wie Ruhesuchenden.


    Der Veitenhof – 1 Geheimtipp!!!

    posted on 16.10.2011 - Nachdem ich mir das kleine Haus mit den passend dekorierten Wänden (voller interessanter Fotographien, die von der Geschichte des Hauses, der Familie und des Ortes erzählen) angeschaut habe, spaziere ich hinaus, um die Tiere zu besuchen die es hier geben soll. Ich zähle 9 Haflinger, 8 Angusrinder, 2 Katzen und einen Hund. Ein kleiner, aber ein feiner Hof dieser Veitenhof. Es gefällt mir hier immer mehr. Die frische Luft, die wunderbare Aussicht, die entspannte Atmosphäre und die kleine, persönliche Ortschaft sprechen eindeutig für sich.

    Das lecker aussehende Frühstücksbüffet bietet eine reichliche Vielfalt an BIO-Produkten, die ich gleich koste und die für ihre Qualität sprechen und mich überzeugen. Ich fühle mich wohl, ich bin glücklich hier zu sein. Wie schon in Mecklenburg-Vorpommern danke ich den Göttern am Olymp für mein schönes, recht mildes und gleichzeitig großzügiges Schicksal, als Bioodyssey-Mitglied von dem umherirrenden Seefahrer und vielbewandten Manne aus Ithaka (Odysseus), nur den Namen für unsere Reise zu borgen und nicht mehr.

    Die hausgemachten Marmeladen überzeugen meinen Gaumen, der leckere Orangensaft löscht nicht nur den Durst und gibt meinen Körper reichlich Vitamin C sondern macht eindeutig Lust auf mehr, das knusprige, frische, noch warme Bio-Brot schmeckt einzigartig, der Obstsalat lächelt einen gerade an und die große Teevariation am Büffet verschafft mir eine gute Laune.

    Der Veitenhof, welches seit 3 Jahren (Herbst 2008) ein Biohotel ist und nicht nur die alte Kundschaft verwöhnt sondern auch neue Gäste (vor allem Biohotel-Gäste) hinzugewonnen hat, bietet die einzige BIO-Alternative im Ötztal. Auf meine Frage hin, wie sich das Hotel als „Urlaub am Bauernhof“-Haus und „Biohotel“ in der Region positioniere und mit welchen Herausforderungen es konfrontiert sei, antwortet der Hausherr: „Es sei nicht sehr leicht ein solches Haus zu führen. Die regionalen Ötztal-Marketing-Aktionen möchten das „Biohotel“-Symbol nicht führen (Warum wohl? Aus Angst…?). Der Veitenhof zahlt den von jedem Haus erhobenen Anteil, doch bekäme es nichts dafür zurück. Auch dieser Zusammenschluss von „Urlaub am Bauernhof“ bringe nur beschränkt etwas. Doch BIO, das ist die Zukunft. Wir sind stolz diesen Schritt gemacht zu haben und sind uns sicher, dass wir alles richtig gemacht haben. Wir würden das gleiche nochmals tun. Selbst wenn wir privat verreisen, sind wir schon so an die BIO-Qualität gewohnt und merken tatsächlich den Unterschied, dass wir es sehr schätzen und versuchen immer nur in Biohotels zu übernachten“.

    Ein schönes Schluss-Plädoyer. Ich kann daher mit bestem Gewissen dieses kleine Haus, obwohl ich dies teure Geheimnis nicht verraten will, jedem bestens weiter empfehlen!