Biodyssey im BIO-Hotel Taubers Vitalhotel

    Informationen über PHILIPP SANTIFALLER
    24.-26. Oktober 2011


    Das „Latschenkiefer-Ritual“ – Wiedergeburt einer alpinen Tradition

    posted on 04.11.2011 - Auf dem Pustertaler Radweg, radelt die Bioradtruppe mit Gerhard Tauber, dem Mann hinter Tauber’s Bio-Vital-Hotel nach St. Sigmund. Entlang der Eisenbahntrasse geht es bergauf, bergab ins Pustertal.

    Im Hotel angekommen sollte uns Bioradlern eine große Überraschung bevorstehen. Das Rad in der Garage abgestellt, geht es gleich ins Zimmer und von dort direkt, mit Bademantel umhüllt, in den Relax-Bereich „Alpinea“. (Alpinea ist die Wellnessanlage des Hotels). Als Vorbereitung auf das große Highlight bekommen wir vom Hotelchef Gerhard Tauber einen Tee serviert, der zum Schwitzen anregen soll. Ein leichter Vorgeschmack also. „Wir werden gleich mit dem Ritual beginnen“ meint Herr Tauber. Wir sieben Bioradler schauen uns gespannt an. In den Gesichtern der anderen ist deutlich Vorfreude und Aufregung zu sehen und mein Gesicht sagt mit Sicherheit genau dasselbe aus. Mit angenehm ruhiger Stimme sagt Gerhard: „Wir warten jetzt nur noch auf den Bauern, der mit einem kleinen Traktor vorfahren wird. Ich werde dann alles vorbereiten und euch zuwinken. Wenn ich mit den Händen das Zeichen gebe, könnt ihr kommen. Einer nach dem anderen.“ Die Spannung steigt. Gerhard Tauber verlässt den Wellnessbereich und meinte vorher, das Ritual sei so intensiv wie zwei Saunagänge in einem. Wenn wir nicht mehr könnten, sollten wir uns früh genug melden und langsam aufstehen. Was steht uns da nur bevor? Ich muss gestehen, leichte Unsicherheit steigt in mir hoch.

    Gerhard winkt. Ich verlasse als Erster den Raum.

    In ein Leinentuch gehüllt streife ich durch ein Latschenfeld. Angenehm warm lächelt mir die Sonne ins Gesicht. Der wohltuende Duft der Latschenkiefer dringt in meine Nase ein. Er gelangt durch die Bronchien bis tief in meine Lunge. Dort lässt der herrlich, süßlich angehauchte Duft Freude und Zufriedenheit in mir aufsteigen. Ich fühle mich frei, wie die Vögel über mir, die am Himmel ihre Kreise ziehen. Da liege ich nun, eingebettet im Latschenkieferfeld. Sorgenlos. Plötzlich höre ich eine leise, sanfte Stimme, die mir ins Ohr flüstert. „Ist alles in Ordnung? Möchtest du noch eine leichte Abkühlung?“ Gerhard Tauber holt mich aus meinen Träumen. Ich liege auf einem Bett aus 1500 kg destillierter Latschenkiefernadeln: frisch aus dem Ofen der nahe gelegenen Bio-Latschenbrennerei. 70 Grad heiße, stark duftende Latschennadeln bedecken mich mit einer 25 cm dicken Schicht. Nach 20 Minuten träumen holt mich Herr Tauber aus dem Latschenbett. Ein Rundgang durch den „Garten der vier Elemente“ und ein Sprung ins kühle Nass lassen mich zurück in die Realität kommen.

    Im Ruheraum der „Alpinea“ bekommen wir ein eigens für uns kreiertes „alpine healtcare“ Getränk serviert. Eine Mischung aus Alpenäpfel, Hagebutten und Latschen. Es braucht jetzt wirklich was zum Trinken. Zwei Saunagänge in einem, das stimmt! Man schwitzt dabei wirklich doppelt.

    Die kühlende Arnika-Latscheneinreibung schließt das Latschenkieferritual ab. Claudia, die nette, junge Wellnessfachfrau berichtet mir dabei, dass die Latschenkiefer eine positive Wirkung auf die Haut und Schleimhäute haben. Durch die eingeatmeten Aromen wird auch der gesamte Körper entgiftet. Kurz gesagt, eine wohltuende Reinigung des Körpers.


    Slow Food bei Bio zu Gast

     

    Hirsebratlinge

    Ca. 12 Stück

    Zutaten:

    160 gr.                   Hirse
    400 ml.    Gemüsebrühe
    40 gr.       Haselnüsse
    150 gr.                     Tofu
    2                         Eie
    100 gr.                 Lauch
    30 gr.               Butter
    1         Knoblauchzehe
    100 gr.  Sesamsamen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)

    Zubereitung

    Knoblauch, Lauch, Tofu und Haselnüsse sehr klein schneiden/zerhacken. In wenig Butter anbraten. Nur nicht zu lange! Hirse erst warm und dann kalt waschen und zum Lauch und Tofu dazugeben. Kurz andünsten. 400 ml Gemüsebrühe dazugeben und 5-10 Minuten kochen. Nach dem Kochen 10 Minuten nachquellen lassen. Jetzt die zwei Eier, Kräuter und die Gewürze unterrühren. Aus diesem Brei werden die Bratlinge geformt. In der Pfanne goldgelb von beiden Seiten backen.

     

    Gestern war es das Latschenkiefernritual und heute sind es die Kochtipps von Gerhard, die mich beeindrucken. Tauber’s Bio-Vital-Hotel hat viele neue und spannende Überraschungen auf Lager.Beim Kochen bemerke ich sofort, dass nicht nur Bio, sondern auch die Philosophie von Slow Food eine große Rolle spielt. „Gut, Sauber und Fair“ ist hier deutlich erkennbar. Für Slow Food-Freund Gerhard Tauber ist die regionale Herkunft seiner Produkte sehr wichtig. „Wir bekommen frische Kuhmilch vom „Kahlerbauern“, Almbutter bringt der „Michl“ und Topfen gibt’s von der „Lippenbäuerin“. Die pflückfrischen Kräuter, Beeren und Salate sind aus unserem eigenen Blumen-, Gemüse- und Kräuter- Garten.“, berichtet mir Gerd Tauber, der uns gerade zeigt, wie seine „Bio Vinschger“ zubereitet werden.

    Alles in allem: „Gut, Sauber und Fair“.

    Von Gesprächen übers Kochen und Slow Food kommen wir auf die baubiologische Bauweise des Hotels. Das „große Einfamilienhaus“, wie Gerhard sein Hotel bezeichnet, ist umweltverträglich und ressourcenschonend gebaut. Mit Freude berichtet er mir: „Wir wollten so viel Natur wie möglich in unser Haus hinein bringen und haben für alles eine schlaue Natur entlastende Lösung gefunden. Geheizt wird mit Hackschnitzeln und die Vollholzmöbel in den Zimmern wurden von „Team 7“ zusammen geschreinert, geölt und sorgfältig gewachst.“ Die Einfachheit und doch Perfektion im Detail, auf eine kunstvolle Art und Weise der liebevoll gestalteten Einrichtung gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Es bietet dem Gast Komfort und Behaglichkeit. Als ich mit gepackten Koffern zur Abreise bereitstand, wurde ich von der gesamten Familie Tauber mit einer Herzlichkeit verabschiedet, dass ich meine Koffer am liebsten wieder ausgepackt hätte und dort geblieben wäre.