Biodyssey im BIO-Hotel Villa Orange

    Informationen über DOMINIK MAIER & YUKIO GADERER
    15.-17. September 2011


     

    “Bio and the City” – ein Joint Venture von Yuki Gaderer und Dominik Mair

    posted on 18.09.2011 - Reisen zu zweit ist viel schöner als alleine – deshalb entschieden wir uns, dieses Mal gemeinsam das Bio-Hotel villa Orange zu besuchen. Es folgen Berichte der (hoffentlich auch für Sie spannenden) Erlebnisse von Yuki Gaderer und Dominik Mair, gemeinsam erlebt, gemeinsam verfasst. Das ist Frankfurt – FFM -, eines der größten Wirtschaftszentren Deutschlands, eine Weltstadt. Sie ist aber auch die Geburtsstadt Goethes. Die Stadt hat so viele Gesichter. Wir flanieren in den Straßen, ein leckeres Bistro reiht sich an das nächste. Hier hat man die freie Auswahl: vom klassischen lokalen Gasthaus und original Frankfurter Apfelweinschänken, über thailändische Szene-Bars oder japanische Restaurants bis hin zu gemütlichen, authentischen bosnischen Imbissbuden. Man findet hier nur ein einziges, kleines Businesshotel, das sich dem Bio-Gedanken verschrieben hat und sich auf diesem Weg in diesem Geschäft behaupten will:

    villa Orangedas Bio-Hotel mit Charme“!

    Wir möchten noch den zu Frankfurt besonders passenden Beisatz hinzufügen: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!“ Dies sagt uns schon sehr viel über die gemütliche, fast familiäre Atmosphäre in diesem Hotel.

    An der Rezeption wartet Frau Hütte bereits auf uns, Sie ist die Geschäftsführerin der Villa Orange und wir freuen uns bereits darauf von Ihr etwas über Bio in der City zu hören. Uns erklärend, dass die Villa Orange zurzeit, das einzige Bio-Hotel in Frankfurt ist, blickt Sie in unsere großen Augen. Wir sind erstaunt, glaubten wir doch, dass in einer Großstadt wie Frankfurt mehrere solcher Hotels zu finden wären. Und wir sind nicht allein. Auch Frau Hütte dachte sich vor etwa fünf Jahren, als sie begann, ihren Betrieb aus persönlichen Gründen auf Nachhaltigkeit auszurichten, dass doch bestimmt auch viele andere Hotels auf diesen Zug aufspringen würden – dies geschah allerdings nicht und so sticht die Villa Orange aus Frankfurts Hotel-Dschungel sprichwörtlich heraus – ein buntes, sympathisches und umweltfreundliches Hotel zum Wohlfühlen! Uns zeigt diese Geschichte, dass es einer gewissen Überzeugung bedarf, um Visionen tatsächlich umzusetzen.

    Dass „Bio“ viel mit Marketing und Image zu tun hat und sicherlich nicht ganz von gewinnstrebenden Gedanken zu trennen ist,  ist uns klar. Doch bringt dieses Konzept wirklich den gewünschten Erfolg?

    Im Falle der Villa Orange läuft es sowieso anders. Laut Frau Hütte erfährt man von den in jedem Zimmer aufgelegten Feedbackbögen, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Gäste das Hotel ausschließlich aufgrund seiner Biozertifizierung auswählt. Die meisten fänden das Engagement des Hotels zwar gut und ein nettes „Gimmick“, doch die ausschlaggebenden Gründe für einen Aufenthalt in der Villa Orange haben für die meisten nichts mit Nachhaltigkeit und Ökologie zu tun. Trotzdem hält Frau Hütte an dieser Linie fest – nicht zuletzt aus persönlicher Überzeugung etwas ändern zu wollen.

    Neben Frankfurts einzigem Bio-Hotel existiert auch nur ein einziges biozertifiziertes Café: „CAFE Bornheim, das Bio-Café“. Gemütlich ´n Käffchen geschlürft gönnten wir uns danach noch am Bio-Eisstand „DasEis.“ ´ne Kugel „Himbeere – Rote Beete – Ingwer“ und „Ananas – Petersilie“ um das Kaiserwetter an diesem wunderschönen Tage zu feiern. An dieser Stelle gilt der Dank Frau Hütte und Emma, der englischen Bulldogge, die uns freundlicherweise an ihrem Spaziergang teilhaben ließen und uns so nebenbei gleich noch einige Sehenswürdigkeiten Frankfurts zeigten.


    „Ride hard! Die young!“ – mit dem e-Bike durch Frankfurt a. Main

    posted on 20.09.2011 - Seit einiger Zeit entsteht ein immer größerer Hype um Elektrofahrräder, den sogenannten „e-Bikes“. Anfangs waren wir noch unschlüssig: wir konnten wenig Sinn darin erkennen, die Menschen von ihren Benzinschleudern – vor allem in der Stadt – wegzubewegen und dann erst recht wieder an ein Energie-abhängiges Vehikel zu binden. Warum fährt man nicht einfach mit dem guten alten Fahrrad, angetrieben durch pure Muskelkraft – gesund und umweltfreundlich? Die e-Bikes einmal getestet müssen wir allerdings zugeben: die Dinger machen höllisch Spaß! Außerdem haben wir erkannt, dass man eben einen gewissen Anreiz schaffen muss, um die Menschen zu überzeugen, umzusteigen, ihr geliebtes Auto stehen zu lassen und einfach mal komplett ohne nennenswerte zusätzliche Anstrengung durch die Gegend zu radeln. Manche haben womöglich auch körperlich gar nicht die Möglichkeit mit dem Fahrrad die komplette Stadt zu erkunden. Ebenso muss hier die Stadt eine sichere und reizvolle Infrastruktur schaffen, um den Umstieg zu fördern! Frankfurt scheint hier sehr viel zu unternehmen: angenehme Radwege, eigene Ampelregelungen, Über- und Unterführungen und sogar Luftpumpstationen!

    Zum Antrieb: die Fahrräder unterstützen nur beim Treten; sobald man in die Pedale tritt, spürt man, wie sich der Motor einschaltet und einen mit stil-echtem Summen nach vorne treibt – Vorsicht: Vor allem bergauf absolutes Suchtpotential! Spielend überholt man mit so einem Turbostart sogar stinkende Mopeds an der auf grün schaltenden Ampel. Der Akku scheint übrigens schier ewig zu halten. Zweieinhalb Tage intensives Biken sog gerade mal ein Viertel des Stromes aus den Zellen…

     Aber woher stammt der Strom?

    Naja, nochmals zu diesem Energiethema: Erdöl ist wie jeder weiß, ein endlicher Energieträger. Und dieser endet, wie vielleicht nicht jeder weiß, ziemlich bald. Die Prognosen sind natürlich sehr unterschiedlich. Je nachdem, ob man die Ressourcen oder Reserven betrachtet. Nur kurz erklärt: Ressourcen sind vermutete Vorkommen, die derzeit nicht profitabel gefördert werden können. Reserven dahingegen sind bereits nachgewiesene Vorkommen, die gewinnbringend gefördert werden können.

    Die Erdölreserven reichen voraussichtlich noch bis zum Jahre 2043, die Ressourcen nicht viel länger (2067). Das Versiegen dieses Energieträgers werden also noch einige von uns hautnah miterleben. Die Zukunft des Erdgases sieht nicht viel rosiger aus: Hier sollen die Reserven im Jahre 2064 zur Neige gehen und den Ressourcen würde 2149 die Luft ausgehen. Das sind natürlich keine 100%-igen Zahlen (und müssten nochmals bestätigt werden) aber sie veranschaulichen, dass viele Herausforderungen auf uns zukommen werden.  Momentan sind wir abhängig von diesen umweltschädlichen und unzuverlässigen Energieträgern. Und wir werden weiterhin abhängig von Energie sein. Darum ist es notwendig sich mit erneuerbaren Energiequellen zu befassen und deren Entwicklung zu forcieren. Der Energiemarkt birgt auch großes Konfliktpotenzial. Wir kennen alle die  Krisen, Kriege und Gaunereien, die unter der Schirmherrschaft der Energieproduzenten, Lieferanten und Abhängigen die Welt erschütterten. Ob sich bei den Menschen je ein kollektives Bewusstsein etablieren wird, das zu mehr Nachhaltigkeit auf dieser Erde führt, bleibt offen.

     

    Hier noch einige Auszüge aus einer einschlägigen Vorlesung an der Universität Innsbruck: Humanökologie von Dr. Günter Krewedl (Zahlen aus Nentwig, 2005):

    Wir haben kein Energie- sonder ein Energienutzungsproblem! Denn:

    • Der Brennstoffvorrat in der Sonne hält noch weitere 4-7 Mrd. Jahre!
    • Die Sonne liefert an Energie: 100Wm2 , das sind 3,6×1024 Joule pro Jahr
    • 1024 Joule = 1 Yottajoule;     5,8 YJ = Energie, die nötig ist, alles Wasser der Erde (1,39×109km3) um 1 Grad zu erwärmen.

    Dieses Angebot an Energie allein von der Sonne (dazu würde noch Wasserkraft und Windkraft kommen) würde den Weltenergiebedarf des Menschen (und der Pflanzen für Photosynthese =10mal der Energiebedarf des Menschen) mehr als decken. Das Problem derzeit sind die endenden Reserven, ohne deren Anzapfen wir wegen der rentablen Förderung / Abbaus momentan noch nicht auskommen.

    Um nochmal auf unsere Bedenken anfangs zurückzukommen: der Begriff “Energie” wird häufig missbraucht, um zu werben, um eine moralische Wertung miteinzubringen oder aber er wird einfach nur falsch verwendet, da das Hintergrundwissen und Verständnis fehlt. Einige Beispiele von Dr. Krewedl:

    • “Energienutzung” : ist die Umwandlung von einer Energieform in eine andere Energieform
    • “Energieerzeugung”: ist schlichtweg nicht möglich! (Energieerhaltungsgesetz), gleiches gilt für:
    • “Energieverbrauch”
    • “Energieverschwendung, Energiesparen, Energieverlust” : sind Bezeichnungen oft mt moralischer Wertung für die Energieumwandlung
    • “Energieversorgungsunternehmen stärken die Irritation durch ihre Selbstdarstellung als “Energieerzeuger”

     

    Aber nochmal: Die e-Bikes sind genial und machen einfach Spaß! Vielen Dank fürs Ausleihen an dieser Stelle an die villaOrange!

    “Ins foit nix mea EI”

     

    "Eigelb" - Bio Ei

    Wir lassen unsere Blicke über den Frühstückstisch schweifen. Köstliches Brot, Früchte, Gemüse, Wurst, Käse, Säfte, Tee etc. Alles, was man sich für einen guten Start in den Tag wünscht und alles natürlich biozertifiziert. Ebenso unsere Eier. Jeder, der schon mal ein Bio-Ei in der Hand hielt, weiß: Hier ist wirklich das Gelbe vom Ei zu finden. Der Dotter oder auch das Ei”gelb ist – wie sollte es anders sein – meist gelblich, also heller als bei

    "Eiorange" - herkömmliches Ei

    herkömmlichen Eiern. Oft wird den Hennen nämlich ein Stoff namens Canthaxanthin in das Futter gemischt, um so die Farbe des Dotters zu verändern. Als man herausfand, dass der Stoff die Sehkraft negativ beeinflussen könnte, wurden neue EU-Richtlinien erlassen. Und das ganze Theater, weil sich der Kunde ein leuchtend oranges Eigelb (man möge sich diesen Ausdruck auf der Zunge zergehen lassen) wünscht.

    In unseren Augen sind die verschiedenen kreativen Kompositionen, genau so, wie sie die Natur hervorbringt, etwas Schönes. Anders: Wir wollen keine Äpfel, die genau einen Durchmesser von 80,565 mm haben und bordeauxfarben auf der einen und froschgrün auf der anderen Seite sind. Wir freuen uns über das Gelbe vom Ei. Und wollen einfach nur auf den Moment aufmerksam machen, in dem die meisten sagen: “Iiih, das sieht ja komisch aus! So gelb, ist das überhaupt noch gut? Kann man das noch essen?” – “Ja, natürlich!”

    Noch ein letzter Tipp für jeden Frankfurt-Aufenthalt: ein Besuch in der Kleinmarkthalle lohnt sich auf alle Fälle! Hier findet man neben Bio-Bäcker, Bio-Metzger, Bio-Gemüse,… noch so viel mehr, was das Feinschmecker-Herz begehrt.

    An dieser Stelle nochmals vielen Dank an das gesamte Team der villaOrange – Frankfurt und das Hotel haben uns absolut begeistert!