Biodyssey im BIO-Hotel meerSinn

    Informationen über HENDRIK HAASE
    06.-08. September 2011


    Auf an die Ostseeküste …

    posted on 06.09.2011 - Erstmal an den Strand denke ich, nachdem ich meine Sachen im Zimmer verstaut habe.
    Auf dem Weg nach draußen treffe ich auf die Direktorin des Meersinn Hotels, die mich herzlich begrüßt und mir einen guten Aufenthalt wünscht.

    Ich bin in Binz auf Rügen. Johanna hatte mich Tags zuvor angerufen, ob ich den Trip auf die Ostsee-Insel übernehmen könnte und das Biohotel Meersinn besuchen möchte, da sie gerade krank im Bett liegt.
    Also habe ich schnell meine Tasche gepackt und bin mit der Bahn von Halle hoch an die Ostseeküste gefahren.

    Nun bin ich da. Der Wind bläst mir um die Nase und ich muss nur ein paar Schritte vom Hotel zum Strand laufen.

    Eine große Brauerei hat heute die Strandpromenade in eine Partymeile verwandelt. Es riecht nach Schmalzgebäck und ein Straßenclown bespaßt sein Publikum.
    Ich laufe runter zum Strand und folge den Möwen, die vor mir ins Wasser huschen sobald ich näher komme. Ich will die Fischräucherei finden, die ein Tipp vom Hotel war. Sie soll hier irgendwo am Strand zu finden sein.

    “Lauf einfach immer den Strand entlang – da liegt dann irgendwo ein Boot am Wasser, da musste hoch – da ist die Räucherei” antwortet mir ein Wirt, der eine kleine Strandbar betreibt in der laut wummernder Musik läuft.
    Ich laufe also weiter bis ich auf ein langes Holzschiff treffe. Oben über der Düne finde ich ein rustikale Strandbar mit einer großen Vitrine mit allerhand Räucherfisch. Fast alles ist selbstgefangen, erklärt mir der Mann hinter dem Tresenund empfiehlt mir die Flunder. “Ist grade Saison”, erklärt er, “sind superlecker gerade.” Obwohl ich weis, dass mich heute abend noch ein tolles Essen im Hotel erwartet, will ich unbedingt einen dieser frischen Plattfische probieren. Der Wirt zeigt mir, wie man eine Flunder filetiert (YouTube Video). Viele Können heute mit einem ganzen Fisch kaum noch umgehen. Die meisten wollen “was ohne Gräten”, weis der Wirt. In der Zeit, in der ich meine Flunder esse bekommen es noch zwei andere Kunden erklärt, wie einfach das funktioniert. Beim Verlassen der Räucherei fällt mir noch eine bemalte Boje auf. Vieleicht sollten wir wieder lernen, wie man so einen ganzen Fisch auseinander nimmt und nicht immer nur die Filets essen….


    Guten Morgen Rügen!

    posted on 07.09.2011 - Ein riesen Frühstücksbuffet hat mich heute morgen im Hotel Restaurant erwartet. Dabei auch das Rügenei vom Poseritzer Hof. Sehr lecker! Auch dabei, allerhand Spezialitäten vom Landwerthof, der sich gleich gegenüber von Rügen auf dem Festland befindet. Neben dem Aufschnitt gabs auch sehr leckere Konfitüren aus der Manufaktur. Von der Direktorin habe ich beim Frühstück erfahren, dass es am Anfang gar nicht so leicht war auf Rügen einen Bäcker zu finden, der einem ordentliches Bio-Brot bäckt.
    Mitlerweile haben sie ihn gefunden und das Brot, das ich mir heute morgen selbst vom Laib geschnitten habe, war wirklich sehr saftig und absolut lecker!



    Mein Feld ist die Welt

    Zur Info: Das Meersinn ist nicht nur Bio-Hotel sondern auch Teil der Designhotels. Schöne Gemälde scheinen da inklusive zu sein. ;)

    Selfness mit Wüstenlilien und Tiefgang

    posted on 08.09.2011 - Draußen tobt ein Sturm. Ab und zu regnet es. Nicht gerade das Wetter um unten am Strand zu liegen. Nach dem Frühstück schaue ich mich deshalb um, was man hier im Hotel Meersinn so alles anstellen kann. Zum Hotel gehört nämlich ein großer Gesundheits- und Wellness-Bereich. Wobei ich schnell merke, dass Wellness hier nicht auf einen Molkedrink am Pool reduziert wird sondern mit medizinisch/therapeutischem Tiefgang begegnet wird. Vom medizinischem Personal in Weiß kann man sich hier im Artepuri-Hotel komplett durchchecken lassen und dann mit den Ärzten besprechen, wo einem der Schuh oder der Rücken drückt und was man hier am besten dagegen oder dafür tun kann. Bei mir drückt erstmal gar nichts, was auch daran liegen kann, dass ich meine Straßenschuhe gegen weiße Schlappen eingetauscht habe und mich auch sonst an die bequeme Kleidung der anderen Hotelgäste angepasst habe. Ich melde mich für eine entspannende Ganzkörpermassage an. Um 11.00 Uhr werde ich im Nebenhaus erwartet. Also schnappe ich mir meinen weißen Bademantel und schlurfe rüber ins Gesundheitszentrum. Vom Masseur werde ich nun ordentlich durchgeknetet und das von Kopf bis Fuss. Zwischen den Schultern bin ich ein wenig verspannt, meint er und rät mir neben dem Fahrradfahren öfter auf dem Rücken zu schwimmen oder zu Kraulen. Wärend er meine Waden durchknetet, frage ich ihn, was es mit der speziellen Wellness hier auf sich hatund bekomme überzeugende Antworten. Auch mir erscheint es sinnig, dass man alles miteinander verknüpft und zusammen denkt Schulmedizin und Naturheilkunde, Wellness und Kosmetik. Entspannung und Sport.

     Nach der Massage gönne ich mir ein wenig Ruhe.

     

    Der Mann vor mir hätte noch arge Bedenken gehabt, erzählt mir die Kosmetikerin, und wäre ganz aufgeregt gewesen, was ihn hier erwartet.  Wörter wie „Aloe Vera“ und „Kosmetik“ scheinen bei vielen Männern immer noch als reine Frauensache zu gelten.
    Ich bin eher neugierig, was mich bei „männLich“ erwartet und lasse die Anwendung, wie es hier heißt, auf mich zukommen. 50 min soll das ganze dauern und ich stelle mir vor, wie ich mit Krokusduft in der Nase herumliege, mit Stutenmilch eingecremt werde und neben mir jemand Harfe spielt. Auf dem Tisch neben der Liege, auf der ich gleich Platz nehmen werde, liegt ein langes Blatt der Pflanze, um deren Saft es gleich gehen wird. Aloe Vera. Von dem stachelig-fleischigen Blatt schneidet die Kosmetikerin kleine Stücke ab und zeigt mir den etwas schleimigen Saft, mit dem sie mir das Gesicht eincremen wird. Doch vorher werde ich erst einmal eingeölt, mit Algen gepeelt und ausgereinigt. Die Pooren sollen leer sein und sich auf die Pflanzenwirkstoffe freuen können, habe ich den Eindruck. Anfangs denke ich noch, dass ich die nächste Stunde in tiefenentspannter Dämmerung verbringen werde und gleich die Harfe hereinkommt, da die warmen Fusswickel und die sanfte Gesichtsmassage unheimlich entspannen, doch da habe ich die Rechnung ohne die Ausreinigung gemacht. Hinter dem Kosmetikbegriff verbirgt sich quasi ein „Pickelausknätschen deluxe“.  Meine Nase und Stirn wird nun von der Kosmetikerin traktiert und den verstopften Pooren zu Leibe gerückt. Danach werden noch die Augenbraunen in Form gebracht und zurechtgezupft. Spätestens jetzt bin ich wieder wach. Zu diesem Part der Anwendung passt daher auch eher kernige Rockmusik als Harfengezupfe. Danach wird es wieder zart und weich. Der Aloe Vera Saft wird frisch auf meinem Gesicht verteilt. Die Ruhe tut gut und besonders das Auflegen eines nassen warmen Lappens auf meinem Gesicht mit leichtem Druck fühlt sich äkschtremst gut an. Danach kommt ein Tonikum auf die Hautoberfläche und allerhand andere Cremes die mein Gesicht wieder in einen geschmeidigen Zustand versetzen sollen.

    „Das ganze Hotel ist auf Naturkosmetik umgestellt“, erzählt mir die Kosmetikerin stolz. Sie erklärt mir wie häufig immer noch Erdölprodukte in normaler Kosmetik zu finden sind.
    „Ich habe es heute morgen beim Duschen und Hände waschen im Zimmer gemerkt“, erzähle ich Ihr. Die kleinen Fläschchen neben dem Waschbecken, die ich in den meisten Hotels verschmähe dufteten hier angenehm natürlich und fühlten sich gut auf der Haut an . „..es wären, die ersten, die ich in einem Hotel klauen und mit nach Hause nehmen würde“, sage ich scherzhaft. Manchmal sind es Kleinigkeiten die etwas ausmachen, denke ich. Mein Wellnesstag ist fast vorbei. Doch bevor ich Abends zum Essen gehe habe ich mir vorgenommen den Spa-Bereich noch einmal ausgiebig zu testen. Unter dem Restaurant tut sich eine eigene kleine Welt auf. Schwimmbecken, Wirlpool und einen Saunabereich entdecke ich. Nach ein wenig Geplansche und dem Anschwimmen gegen die Gegenstromanlage im Schwimmbecken (ich soll ja etwas für eine obere Rückenmuskulatur tun, s.o.), verschwinde ich in den Saunabereich.

    3 Saunen stehen mir offen. Darunter auch eine Dampfsauna. Vor den Saunen stehen Holzkübel mit verschiedenen Aufgüssen. Ich greife mir die Geschmacksrichtung „Eisminze“. Ich bin allein in der 85 Grad heißen Sauna und mache es mit auf der obersten Bank bequem. Vorher heize ich ordentlich ein. Einen Aufguss selber machen macht sehr viel Spaß. Aus dem Eimerchen gebe ich einige Kellen mit dem Holzlöffel auf den Ofen – es zischt und dampft und an „Eis“ ist nun nicht mehr zu denken. Nach 15 Minuten sind neben meinem Gesicht auch die restlichen Pooren meines Körpers geleert und ich springe unter die eiskalte Dusche. Dann geht es kurz nach draußen, wo immer noch ein Sturm über die Insel fegt. Danach mache ich es mir unter einer Decke im Ruheraum gemütlich. Langsam dämmere ich weg und spüre wie die Zellen noch ein wenig vor sich hin tanzen. Irgendwann knurrt der Magen. So ganz weis ich erst nicht wie spät es ist, als ich wieder die Augen aufmache. Schnell erinnere ich mich daran, dass  heute noch mehrere Gänge des Bio-Gusto-Genese-Menüs im Restaurant auf mich warten.  Zeit etwas für die innere Wellness zu tun…


    Inselschlämmerei

    posted on 16.09.2011 - Die Küche ist nicht groß und offen zum Gastraum. Als Gast ist man erstaunt wie viele Gerichte von dort aus auf die Tische wandern. Ich kann mir vorstellen, dass hier eine gute Vorbereitung von Nöten ist, um am Abend dem Stress Stand halten zu können. Trotzdem freuen sich die Köche, als ich nach der Vorspeise vorbeikomme und mir einmal anschaue, wo der nächste Gang entsteht. Schön ist, dass man den Köchen beim Zubereiten des Essens zuschauen kann.

    Das Personal weis ausgezeichnet über die Herkunft der Speisen bescheid und gibt mir gerne Auskunft darüber, woher die Speisen in der Karte und auf dem Teller kommen. In der offenen Küche erfahre ich auch, wie die getrockneten Rote-Beete-Chips oder die knusprigen Süßkartoffelstreifen entstehen, die man sich selbst am Tisch auf die Kastaniensuppe krümeln kann. Davon würde ich mir am liebsten noch eine Handvoll zum Knabbern mit aufs Zimmer nehmen. Häufig begegnen einem Produkte vom Landwert Hof, einem Biobetrieb auf dem Festland gegenüber der Insel Rügen. Mit dem Hof arbeitet die Gastronomie des MeerSinns eng zusammen. Auf dem Hof in Stahlbrode werden Rinder und Schweine gehalten, die dort auch geschlachtet und warm verarbeitet werden. Sowohl auf dem Frühstücksbüfett, als auch auf der Karte des Restaurants findet man daher viele Wurst und Schinken-Spezialitäten von dort.

    Auch einige Feinkostprodukte werden auf dem Landwerthof hergestellt. So begegnet einem auch schon mal ein feines Chutney aus der Manufaktur beim Abendessen oder eine sehr leckere Konfitüre von dort beim Frühstück. Auch der Wildkräutersalat am Mittag  kommt vom Landwert-Hof und strotzt aufgrund der lokalen Nähe vor Frische und ist sehr fein komponiert. Die Gerichte sind leicht. Wuchtige, massive Gerichte wird man hier im Restaurant nicht finden. Zum Konzept des Hauses passt diese leichte Küche des MeerSalz Restaurants.  Nach dem Genuss eines Eisbeins mit entsprechenden Beilagen kann auch ich mir nur schlecht einen entspannten Abend im Spa vorstellen. In der Zeit vor Ort habe ich die Küche des meerSalz Restaurants leicht, fruchtig frisch und asiatisch angehaucht erlebt. Häufig begegenen einem Aromen wie Limette, Ingwer oder Kokos. Diese Produkte gehören scheinbar stark zum Konzept des Artepuri Konzeptes und sind daher öfter vertreten.

    Nicht erschrecken. Vor dem Essen muss man noch „die Ölfrage“ beantworten. Vom Service wird man vor dem Essen gefragt ob man wärmendes oder kühlendes Öl zum Essen haben möchte. Auf Wunsch wird es einem dann auf den Teller geträufelt. Ich entspeche dem maskulinen Klischee und wähle das kühlende Öl, denn Frauen würden häufiger das wärmende wählen, erklärt mir die Servicekraft. Der diätische Charakter der Gerichte ist spürbar, überwiegt aber nicht. Dennoch bin ich glücklich nicht die, auch im Angebot befindliche, Kur absolvieren zu müssen, die einem am Anfang nur ein Dinkelbrötchen mit Quark zum Aufbau einer gesunden Magenflora erlaubt. :) Die Teller sind nicht überladen sondern ausgewogen komponiert. Wie bei der Einrichtung des Hotels begegnen einem auch beim Essen warme, orange-gelbe Töne. Sanft und relaxt geht es auch auf dem Teller zu.

    Zum Essen gibt es eine kleine aber feine Bio-Weinkarte mit deutschen und internationalen Weinen. Ein sehr leckerer Riesling hat es mir während der Zeit auf der Insel besonders angetan. Der Wein kam vom Weingut Aubach aus Kretschmar und war ein Riesling Kabinett aus der Lage “Rüdesheimer Magdalenenkreuz”. Am Ende des Tages empfehle ich noch einen Blick in die Minibar des Zimmers zu werfen! Hier findet sich ein sehr leckeres, regionales Bio-Bier, das mit regionaler Bio-Gerste gebraut wird. Das Störtebecker 1402 sollte man bei einem Besuch auf der Insel nicht verpassen!