Informationen über PHILIPP SANTIFALLER
22.-24. Oktober 2011
posted on 02.11.2011 - Runter vom Rad, rein ins Auto und auf zum Weingut Haderburg nach Buchholz bei Salurn. Dort erwartet uns eine Verkostung von Weinen und Sekt. Durch Apfelplantagen, vorbei an Weinbergen, geht es hinauf auf eine kleine Anhöhe. Über dem letzten Dorf Südtirols kamen wir bei einem urigen alten Weingut an.
Das Weingut und die Sektkellerei Haderburg sind im Besitz von Familie Ochsenreiter. Alois Ochsenreiter ist überzeugter Anhänger der biologisch dynamischen Wirtschaftsweise.
„Ciao Pepe, Hoi Franz“ rief Frau Ochsenreiter, die eine Gruppe vor uns eine Weinverkostung mit Führung durch die Keller gab und zur gleichen Zeit einem Italiener Wein verkaufte, sowie uns in Empfang nahm. Wild ging es zu. Nicht nur wegen dem vielen Wein, der floss, sondern auch weil die Weinbäuerin mit vollem Temperament hin und her schoss. Hier noch ein Glas Wein zum Probieren, da eine Kiste Roten verkaufen, noch schnell mal in den Keller um Nachschub an Weißwein zu holen und ja nicht vergessen neuen Käse auf zu schneiden. Die Gäste wurden reichlich verwöhnt. An Wein fehlte es nicht und wir bekamen sogar noch eine Gerstensuppe, weil die Sonne hinter dem Mendelgebirge verschwand und es ziemlich kalt, im Süden Südtirols, wurde. Beim Sonnenuntergang hoch über dem Südtiroler Unterland, nicht weit von der Grenze zur Region Trentino entfernt, genossen wir Bioradler bei mehreren Gläsern Wein den verdienten Feierabend.
Zurück im Hotel ging es gleich wieder ans Essen und Trinken, jedoch mussten wir alle nach der Vorspeise aufgeben. Irgendwann kann man einfach nicht mehr. Mir tat Küchenchef Fabian leid, der sich sehr viel Mühe gab und uns mit Tiroler Spezialitäten wie die Bio-Schlutzkrapfen verwöhnen wollte.
Im 3-Sterne-Hotel Bio-Hotel & Residence Kaufmann in Auer stehen Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und das Wohlbefinden der Gäste an erster Stelle. Martin Terzer und Sohn Fabian versuchen den Gästen ganzheitlichen Komfort und Wohlbefinden zu bieten. Aus diesem Grund haben sie erst vor kurzer Zeit einen Großteil der Zimmer neu gestaltet. Nun, so berichtet mir Martin Terzer: “mit dem Parkettboden aus Eiche und den Möbeln aus Fichtenholz, wirken die Räume gleich heller und wohnliche.“ Umweltfreundliche Rohstoffe aus möglichst näherer Umgebung war ein großes Kriterium beim Umbau. Holzflächen wurden nicht lackiert, nur geölt. Die Nachhaltigkeit spielt auch beim Essen eine Rolle. Wegwerfen ist zu schade. Auch wenn wir am ersten Abend etwas zu viel auf den Tellern hatten und ich sehr ungern Reste zurück lassen musste, waren die Portionen nur gut gemeint. Ich hoffe die Terzer’s haben einen Hund.
posted on 02.11.2011 - Die Bletterbachschlucht. Seit Juni 2009 UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten. Ein offenes Buch vom Geschehen und Leben auf der Erde. Mit Kletterhelm ausgerüstet geht’s auf gut angelegten Kieselweg hinunter in die Schlucht. Tief hinab steigen wir. Über ausgewaschenem Gestein, über Jahrhunderte vom Bletterbach zermahlen und von hoch oben abgetragen, stapfen wir auf dem Geo-Weg die Bletterbachschlucht Stück für Stück bachaufwärts bis zum großen Wasserfall beim Butterloch.
Jahrmillionen der Erdgeschichte durchstreifen wir von Minute zu Minute. Faszinierend zu sehen, wie der Bach sich buchstäblich durchs Gesteine frisst. Hier und da rumpelt es, kleine Steine und Eiszapfen lösen sich links und rechts von den steilen Hängen der Schlucht und der Bletterbach rauscht tosend an uns vorbei.
Unser Tourenführer, der in Innsbruck studiert und als Nebenjob Gruppen durch die Bletterbachschlucht führt, zeigt uns versteinerte Muscheln, Schnecken und Kopffüßer im Gestein. Er erklärt uns, wie die Bletterbachschlucht entstanden ist. Dabei geht es auch um die Entstehung der Dolomiten. Wir erfahren, dass sich der Bletterbach, seit der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren, 400 Meter tief in da Gestein gegraben hat und dabei rund 10 Milliarden Tonnen Gesteinsmaterial in das Etschtal verfrachtet hat.
Kennen Sie den geologischen Aufbau der Dolomitenlandschaft? Können Sie sich vorstellen, wie Sauriespuren in Millionen altes Gestein kommen? Und dass, damals, vor etwa 280-235 Millionen Jahren, warme tropische Meere waren, wo wir heute mit Kletterausrüstung Dreitausender besteigen und am Gipfelkreuz mit einem „Gipfelschnapserl“ den Bergkameraden „Berg Heil“ wünschen?
Wenn Ihr Interesse an der Entstehung der Alpen, im Stein verewigte Fußspuren von Dinosauriern, oder die Millionen alte Geschichte der Erde, geweckt habe, so kann ich nur den wirklich sehr sehenswerten und informativen Ausflug mit einem Besuch im Geomuseum empfehlen.
Auer/Ora. 244 m ü.d.M. gelegen, 3537 Einwohner, zwei Sprachgruppen und ein Biohotel. Hier, kurz vor der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch ist die Bevölkerungsstruktur so ausgewogen wie nirgends anders in Südtirol. Alles ist Zweisprachig. Von der Speisekarte über Infoblätter, bis hin zu den Wandertafeln ist alles in Italienischer und Deutscher Sprache geschrieben. Die einen lesen die Dolomiten, die anderen die Alto Adige.
„Ciao Carlo, come stai, tutto bene? Hoi Sepp, mogsch an Kaffee?“ Fabian Terzer stellt von Deutsch auf Italienisch und umgekehrt um, als würde es eine Sprache sein. Wenn Fabian und Martin Terzer was berichten, passiert das mit vollem Ausdruck. Die Hände wirbeln dann nur so durch die Luft, als wollten sie Windkraft erzeugen. So richtig Italienisch. Mir gefällt’s.
Tag der Abreise. Beim klapperndem hochziehen der Rollos, eröffnet sich mir ein, in aufgehenden Sonnenstrahlen gehülltem, Blick über Auer. Dahinter, die wolkenverhangene Mendel. Nach dem Frühstuck schlüpfe ich in mein Radtrikot des Bikeclubs „Olmbiker“ und die Fahrt Richtung Bozen und St. Siegmund im Pustertal beginnt. Auf zur Familie Tauber ins Tauber’s Bio- Vitalhotel.
posted on 03.11.2011 - Rezept aus dem Bio-Hotel Kaufmann, Zusammengestellt von Küchenchef Fabian Terzer
Schlutzkrapfen (Für ca. 10 Portionen)
1. Teig
200 g Weizenmehl “0″
300 g Roggenmehl (Vollkorn)
2 ganze Eier
ca. 150 ml Milch, lauwarm
1 EL Samenöl
Salz
2. Füllung
120 g gekochter, ausgepresster und fein gehackter Spinat
100 g gekochte, passierte Kartoffeln
150 g Topfen
50 g gedünstete Zwiebelbrunoise
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
50 g Parmesankäse (oder Grana, Reibkäse…)
1 gehackte Knoblauchzehe
3. Ausgabe
100 g Parmesan (Grana….)
150 g Butter
gehackter Schnittlauch o. Petersilie
Zubereitung:
1. Alle Zutaten für den Teig zu einem Teig kneten
2. Alle Zutaten für die Fülle mischen und abschmecken
3. Nach einer kurzen Ruhezeit im Kühlschrank den Teig dünn austreiben (ca.
1,8 mm), runde Formen (ca. 5 cm Durchmesser) ausstechen, in der Mitte
füllen, von oben nach unten zusammenfalten und die Randstellen festdrücken.
4. Die fertigen Schlutzkrapfen in Salzwasser kochen (ca. 5-6 Minuten), auf
dem Teller anrichten, mit Reibkäse und Schnittlauch bestreuen und mit
schäumender Butter übergießen.