... nätürlich im Grafenast, wo Natur auf Kultur trifft!
Das Highlight meines letztes Abends in Wien war ein ausgezeichnetes Abendessen auf der Donau, bevor einer von Wiens berühmten Studenten-Partys und schlussendlich einem Spaziergang durch die für mich musikalische Hauptstadt Europas. Das Aufstehen nach gerade einmal zweieinhalb Stunden Schlaf, war dafür aber sehr hart… Die Fahrt von Wien nach Schwaz ist eine gute 5-stündige Reise, auf der ich das Vergnügen hatte, eine Mitfahrgelegenheit bei Kochautorin Angelika Deutsch zu bekommen. Interessante Diskussionen über die Vergangenheit, das Gegenwart, die Zukunft… und dies alles mit dem Blick auf die zuerst weiten Landschaften und die folgenden herrlichen Berge.
Die sonnigen grünen Hänge des Inntals ging es dann um die Mittgaszeit hoch und ich kam gerade so rechtzeitig an, dass ich noch ein spätes Mittagessen erwischen konnte. Die Ankunft im BIO-Hotel Grafenast war für mich eine Überraschung, nicht nur dass das seit 1907 als Hotel geführte Haus eine der atemraubendsten Aussichten Österreichs hat, sondern auch die Gemütlichkeit und dieses Zuhause-Gefühl, dass mit der Erfahrung von vier Generationen Gastfreundschaft kommt. Diese sickert auch durch alle Wurmlöcher und Poren des vollkommen per Handarbeit erbauten Holzhauses. Viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt und einem Service der sich jedem Gast individuell widmet. In meinem Falle gab es alte griechische Volksmusik zur Ankunft, bis hin zu einem meiner Lieblingsrezepte meiner Heimat: gefüllte Bio-Paprika nach“Athos“ Art!
Das Küchenteam hier hat sich klar dem Vollkorn sowie biologischen lokalen Spezialitäten verpflichtet und ein Mahl im alten Speisesaal des Hotels ist ein Erlebnis in dem sich das Bewusstsein und Genuss Hand in Hand gehen. Aber meine Erfahrungen hier gingen über Biolebensmittel hinaus. In Grafenast treffen Natur und Kunst in einer schwer zu beschreibenden Art und Weise aufeinander. So vielseitig und doch für jeden anziehend, dass es die Vorstellungskraft anregt und einem die Seele öffnet. Genauso wie der großräumige Wellnessbereich mit der einzigartigen Waldsauna zwischen den Bäumen.
Das Besondere an Grafenast ist die Wärme und Gastfreundschaft der Familie Unterlechner. Sie sind Meister darin eine bequeme und angenehme Atmosphäre zu schaffen und haben ihre eigene Heimat im Herzen des Hotels, so schaffen Sie nicht nur persönliche Beziehung sondern schaffen es auch immer wieder ihre Gäste zu begeistern. Über Malkurse, 24 Stunden Yoga bis hin zu Themenabenden in denen alle zusammenkommen, sie finden immer Gäste die einen Beitrag zur Gemeinsamkeit im Hotel leisten können… egal ob sie alleine oder zu mehrt reisen. Hier habe ich Familien, Paare und Einzelreisende getroffen und es hat sich wirklich angefüht wie eine große Familie, die zusammen am Tisch Geschichten und Erinnerungen austauscht.
Am Morgen macht einem die Gebirgsluft besonders Appetit! Ich werde nie das tolle Frühstück vergessen, insbesondere die frische Butter und der Ziegenkäse, geliefert aus der Haidacher Ziegenhof aus Alpbach. So begann mein zweiter Tag mit einem darauffolgenden Streifzug durchs Hotel wo eine Kunstausstellung die Wände mit farbigem Leben erfüllt, dazu kommt noch die Ausstellung alter Skier im zweiten Stock, die voller Geschichten und Ruhmreichen Taten der Vergangenheit zu sein scheint. Voller Energie ging ich raus zum Wandern, und ging in der Natur entlang des “Wegs der Sinne” des Hotels verloren. Der Fichtenwald entlang des Weges ist mit Kunstwerken gefüllt, aber auch der Wald an sich ist reich an botanischen Besonderheiten, die den Großteil meines Nachmittags für sich vereinnahmten…
Abends hatte ich das Vergnügen an einem Kaaspressknödelworkshop mit Abendessen von Slow Food Tirol und seinen Mitgliedern teilzunehmen, zusammen mit anderen Biodyssey Reisenden (Phillip und Johanna). Eine Verkostung von jungen und Alten Ziegenkäsen sowie der Genuss von Weißweinen der Jahrgänge 1969 und 1971 des Grafenaster Kellers brachte mich zu einer gastronomischen Grenzerfahrung. Irgendwann kam mir: “Oh mein Gott, Tirol meint es wirklich gut mit mir!”… So gut wurde sich selten um mich gekümmert.
Wir sind auf Biodyssey und solche Dinge dauern nun mal leider nicht an und am nächsten Morgen fand ich mich schon wieder auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel. Aber die Chance zwei der Juwelen von Schwaz zu besuchen ließ ich nicht verstreichen, die Pop-Art Ausstellung in der Galerie Unterlechnerund das Haus der Völker. Unglaublich wieviel Kunst, Geschichte und Kultur aus aller Welt sich in so einem kleinen Ort wiederfinden kann.