posted on 22.07.2011 - Der “Feistererhof” ist ein Familienhotel. Gemeinsam mit ihren vier Kinder, kümmern sich Anna-Maria und Robert um das Geschehen im Hotel. Das Erste was mich bei meiner Ankunft überraschte war, dass gleich hinter dem Hotel ein Bio-Bauernhof angeschlossen ist. Kühe, Hühner, Pferde und Schafe werden in einer naturnahen Umgebung gehalten, die fließend in die umgebenden Wälder, gleich hinter den Feldern, übergeht. Der Feistererhof befindet sich in sehr schöner Lage, direkt am Fuße des eindrucksvollen Dachsteins. Die Zimmer sind einladend dekoriert und bieten einen eindruckvollen Blick in das sich öffnende Tal.
Vor acht Jahren entdeckte Familie Simonlehner die biologische Landwirtschaft für sich und hat seitdem der alten konventionellen Bewirtschaftungsform den Rücken gekehrt. Ihre eigenen Tiere zu halten bedeutet für sie 100% der Herstellungskette ihrer Produkte kontrollieren zu können. Vor sieben Jahren begann Anna-Maria ihr eigenes Brot zu backen, und Schritt für Schritt entfaltete sie ihr Talent. Heute kann sie stolz fantastisches Schwarzbrot mit Nüssen, Koriander und Fenchel präsentieren.
Als leichtes Mittagessen wurden mir Rindsleberknödel in klarer Suppe serviert, gleich am Nebentisch stand der Küchenchef, vertieft im Gespräch mit einigen Gästen. Die gesamte Belegschaft ist sehr freundlich und bemüht ihr Bestes zu geben, um den Besuchern einen angenehmen Aufenthalt in der atemberaubenden Ramsau umgeben vom Dachsteinmassiv, einem großen Farbenreichtum und frischer Bergluft, zu ermöglichen.
Der Hof
posted on 22.07.2011- Um 17 Uhr sah ich Matthias, den dritten Sohn, nahe des Feldes mit einer kleinen Herde von Milchkühen den Berg herunter kommen. Mit viel Begeisterung kümmert sich der nur 17 Jährige gemeinsam mit seinem Vater Robert um den Hof. Nach einem ganzen Tag auf der Alm sind die sieben Kühe bereit gemolken zu werden. Die Milch wird über Nacht zu einem fantastischen Joghurt verarbeitet, von dem sich die Gäste am nächsten Morgen mit Müsli, Früchten und Marmeladen selbst überzeugen können.
Jede Saison werden acht Schweine, die mit den Resten des Restaurants und mit verdünnter Milch gefüttert werden, geschlachtet, um der Küche stetigen Nachschub an biologischem Fleisch zu garantieren. Freilandhühner haben hier mehr als genug Platz um sich zu bewegen und sind in komfortabel anmutenden Häuschen, in denen sie ihre Eier legen, zu Hause. Die Schafe weiden den Sommer über auf einer zwei Stunden Fußmarsch entfernt liegenden Alm. Dort haben sie reichlich saftiges Berggras zu fressen, das auf ein geschackvolles Fleisch am Ende des Sommers hoffen lässt.
Die tiefe Passion von Vater und Sohn beeindruckt mich tief: sie lieben ihre Tiere und versuchen ihr Bestes den Hof sauber zu halten. Es ist unglaublich wie sie sich bemühen, den Tieren ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Persönlich finde ich diese Struktur von Hof und Hotel sehr effizient. Die Tiere bringen einen zusätzlichen Mehrwert in das tägliche Leben der Gäste. Magdalena, die älteste Tochter, kümmert sich liebevoll um die Pferde, die auch von den Kindern der Gäste heiß geliebt werden.
Alles in allem wird hier ein großartiger und authentischer Service geboten. Der Feistererhof ist ein reines Familienunternehmen, in dem jedes Mitglied seine Aufgabe hat. Die Verwurzelung mit der regionalen Kultur spiegelt sich auch in der traditionellen Tracht der österreichischen Alpen wieder, die sie tragen.
Der Feistererhof steht hier in der Ramsau an einem besonders schönen Ort
posted on 23.07.2011 - Das Tal dominiert das Landschaftsbild und bildet gleichzeitig die Grenze zu den Wäldern und Bergen. Familie Simonlehner wirtschaftet hier schon in vierter Generation. Jedes Mitglied der Familie ist mit viel Leidenschaft bei der Sache. Als ich gestern beim Abendessen saß, war ich umgeben von jungen Familien und ihren Kindern. Jedesmal wenn eines der Familienmitglieder von Familie Simonlehner an einen der Tisch trat, verweilten sie ein Weilchen dort, um sich mit den Gästen zu unterhalten. Die Atmosphäre hier ist sehr herzlich und offen.
Das Menü ist einfach aber köstlich und wechselt jeden Tag. Gleich nach dem Salatbuffet stehen verschiedene Suppen zur Auswahl und es fällt schwer sich zu entscheiden welche Hauptspeisen man wählen soll. Ich konnte nicht wiederstehen und bestellte ein Kalbssteak, begleitet von Rosmarin-Kürbisgemüse, Speck und einem Minze-Marillen Chutney. Als es serviert wurde, ließen mir bereits die ersten Düfte das Wasser im Mund zusammen laufen. Der erste Bissen war himmlisch. Das Fleisch war unglaublich zart und geschmacksvoll und auch das Fett war eine wahre Gaumenfreude. Ich war zu tiefst beeindruckt!
Als ich nach dem Essen ein langes, sehr angenehmes Gespräch mit Robert und seiner ersten Tochter Christina führte, erfuhr ich warum das Fleisch so vorzüglich war. Erstens ist das Fleisch, das man auf dem Menü findet, direkt vom Hof – es also 0 km Transportweg hinter sich. Zweitens wird das Fleisch erst verarbeitet, nachdem es die nötige Zeit zum Abhängen gehabt hat. Das Resultat war das zarte Kalbfleisch von gestern Abend, das vor zweieinhalb Monaten geschlachtet wurde, und um ihm die Zeit zu geben die es braucht, in einem Keller mit kontrolliertem Mikroklima gereift wurde.
Hier bedeutet biologisch zu essen, besonders biologisches Fleisch, dass der gesamte Produktionsprozess mit Liebe kontrolliert wird. Der Gaumen des Gastes wird mit jedem Tag aufs neue verwöhnt. Weiters wird auch viel Wert darauf gelegt dem Gast zu vermitteln, dass qualitativ hochwertige biologische Produkte nicht nur eine Marke darstellen, sondern auch die Lebensqualität von jedem Einzelnen der mit ihnen in Berührung kommt, verbessern.
Als der Feistererhof im Jahr 2003 zum Biohotel wurde, war es anfangs schwierig für die Stammgäste zu verstehen was der Unterschied sei. Aber nach Jahren intensiver Kommunikation und passionierten Bemühen um die Gäste, zeigte Familie Simonlehner, dass sie nicht nur ihre eigene sondern auch die Lebensqualität ihrer Gäste erhöhte.
Die Weinkarte ist auch ein wunderbares Beispiel dafür wie wichtig es ist, den Gästen nicht nur zu erklären welchen Wein sie trinken, sondern auch die Philosophie der Weinbauern und die damit verbundenen Aromen der Weine zu kommunizieren, um den Genuss zu steigern.
Die Küche
posted on 24.07.2011 - Sie ist lang, gut aufgeteilt und gerade groß genug, sodass sich niemand im Weg steht. Sie befindet sich längs hinter dem großen Speisesaal, hat 2 Eingänge und wird von drei Mitarbeitern betreut: Sepp, Joseph, ist seit 3 Jahren Küchenchef am Feistererhof und nur ein kurzer Blick in seine Augen lässt seine Kochleidenschaft erahnen. Als ich um am späten Nachmittag in den Saal trat, war das Buffet bereits aufgebaut. Große Schüsseln mit verschiedenen Salaten, saisonalen Gemüsesorten und eine große Vielfalt an verschiedenen Dressings, Oliven, Kräuter und köstlichen Chutneys präsentierten sich in der Nachmittagssonne. Natürlich sind alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau und wenn möglich aus der Region. Ich entschied mich mein Abendessen in der Küche einzunehmen, um das geschäftige Treiben zu beobachten und zu dokumentieren. Das Menü wird jeden Tag aufs Neue kreiert. Dies gibt den Küchenchef die Möglichkeit seine Kreaivität voll auszuleben und die ganze Diversität an Lebesmitteln zu nutzen.
Ich muss sagen, dass ich selten eine so entspannte Atmosphere in einer Küche wahrgenommen habe wie hier, wärend die Köche die Gerichte für die anderen Gäste des Hotels zubereiteten. Alle arbeiten ruhig, konzentriert und mit einem Lächeln auf den Lippen, dies überträgt sich auf die Gerichte und kann selbst vom Gast draußen im Speisesaal wahrgenommen werden.
Seine Ferien am Feistererhof zu verbringen ist definitiv eine Bereicherung: die herrliche Lage in der schönen Ramsau, die idyllische Berglandschaft und das ländliche Leben mit seinen Bräuchen und Traditionen – und dazu das gute und gesunde Essen und die freundlichen Menschen. Dies alles macht den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis. Das tägliche Leben genießend, wandernd, reitend in dieser ruhigen und friedvollen Region ist ein Traum. Dies dann noch mit hoch qualitativen biologischen Lebensmittel zu verbinden, macht den Urlaub unvergesslich, so wie ein wunderbar gegartes Stück Lamm, von Tieren die direkt hinter dem Haus gehalten wurden, ist wahrhaft ein Genuss, von dem man lange zehrt.
Essen mit Respekt vor der Natur und Umwelt bringt als als weitere Folge mehr Freude am Leben in unseren routinierten Alltag!
Ich bin froh in diesem Teil der Erde zu leben, haben wir doch alle genügend zu essen!