Informationen über PHILIPP BRAUN
13.-15. Juli 2011
posted on 13.07.2011 - Ich bin ja ein gebürtiges Stahlstadtkind un jetzt fahre ich ans Wasser, um nicht einzurosten. Genau genommen an den Hopfen-See – das ist dort, wo auch das Eggensberger seine Bio-Wurzeln hat. Zugegeben, ich bin ja nicht mehr der Jüngste, eigentlich bin ich sogar der Älteste im Biodyssey-Team und so wird mir ein Aufenthalt in den Bergen schon recht gut tun. Heute ist für mich ja der erste Reisetag, kalte Füße habe ich noch nicht, das wird sich aber spätestens bei der Ankunft nicht vermeiden lassen, denn dann trete ich ins kalte Wasser, um ganz nach Sebastian Kneipp und in Storchenmanier meine Beinchen eins nach dem anderen ins kühle Nass zu tauchen, wieder herauszuziehen usw. Der Daniel ist mir da um ein paar Schritte voraus.
Aber noch sitze ich am Gmundner Bahnhof (auch dort gibt es einen See, einen ziemlich kalten sogar) und siniere, ob es in Hopfen am See auch Gerstenmalz gibt, denn das wäre sozusagen für mein Wohlfühlbaucherl ein paradiesischer Zustand. Wie dem auch sei, zuerst einmal in den Zug einsteigen. Ob der über Oberammergau, oder über Unterammergau in den Allgäu fährt ist nicht gewiss. Freuen tue ich mich auf jeden Fall schon auf meinen Aufenthalt.
posted on 13.07.2011 - …14:00, die sieben Sachen ausgepackt und endlich kann ich fern-sehen. Schön ist er schon, der Hopfensee, der recht nahe zu meinen Füßen liegt. Gleich dahinter bauen sich mächtige Bergspitzen auf, die nach mir rufen. Allerdings, irgendwer hat zu viel getanzt im Allgäu. Ein paar Regentropfen begrüßen die Ankunft in Füssen, der Wetterbericht für morgen und übermorgen sagt Folgendes voraus: Regen!!!. Was macht man nun, wenn der Koffer mit Wanderausrüstung vollgepackt ist? Der oder die aufmerksame Blogleser/in wird nun gleich meinen Gedankengang vorwegnehmen und sich denken: Lesen!
So befinden sich meine Wanderschuhe in bester Gesellschaft mit dem Buch „Die Zukunft der Landwirtschaft ist biologisch!“. Als Draufgabe habe ich gleich noch die Herausgeberin des Buches, Petra C. Gruber, miteingepackt. Die Sache mit dem Lesen ist für mich jedoch nicht so einfach, denn dazu werde ich kaum kommen, meine Mission ist nämlich eine andere, die des Schreibens. Und so bekommt die Familie Eggensberger das Buch als Mitbringsel, quasi als Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg auch der Richtige, der mit Zukunft, ist.
Eines sollte man nämlich schon wissen. Gleich zwei Kilometer neben dem Hotel betreibt der Bruder, der Sepp Eggensberger, eine Biolandwirtschaft und zwar seit 1989. Zur damaligen Zeit war das schon ziemlich revolutionär und da in der Familie Eggensberger scheinbar das Bio-Gen steckt ist das Bio-Hotel auch das erste elektrosmog-reduzierte Hotel Deutschlands, wird von einem hoteleigenen Blockheizkraftwerk gewärmt und spornt die Gäste zur Anreise mit dem Zug an….
posted on 14.07.2011 - Die Lende. Bisher dachte ich da immer an Lendenbraten, Roastbeef und Filet. Mit Lendenwirbeln im Allgemeinen und im Speziellen mit meinen eigenen 5 Wirbeln habe ich mich bis heute eher spärlich bis gar nicht befasst. Nur gut, dass im Eggensberger auch ein Therapiezentrum untergebracht ist, wo meine Wirbeln, Sehnen und Bänder wieder die Wertschätzung bekommen, die sie eigentlich verdienen, immerhin hat die Lendenwirbelsäule schon eine schöne Last (die des Rumpfes) zu tragen. Dazu kommt, dass sich meine Zellen (ich sag charmanterweise lieber Adipozyten) in den letzten Jahren immer mehr ausgedehnt haben, und im Gegenzug sich so manche Beuger verkürzt haben. Ich bin grundsätzlich nicht unsportlich, immer in Bewegung (wie der Name Philipp vermuten lässt) und sonst sicher auch recht fit, aber der Herr Fochler Günther, der hat mir dann schon etwas mehr erklärt, wie es um mich und in mir ausschaut. Herr Fochler ist nämlich einer von mehreren sympathischen Physiotherapeut/innen im Hotel Eggensberger und hat meinen Körper, meinen Rücken so richtig analysiert.
Nach der Bestandsaufnahme gings rauf auf den Behandlungs- bzw. Massagetisch wo ich von der einen Seite auf die andere gedreht wurde (ähnlich einem Grillfleisch auf dem Rost; O-Ton Günther Fochler
. Die Beine wurden gewinkelt, gestreckt, gekreist, Hände hoch und runter, aufstehen und niederlegen… Klingt nach viel Arbeit, war es aber nicht, sogar entspannend, die richtige Arbeit erwartet mich erst. Und jetzt kommt’s – die Analyse: ich kann nicht sitzen. OK. Sitzen kann ich schon, ich bleibe auch schon gerne mal länger sitzen, aber korrekt sitzen bereitet mir Schwierigkeiten. Computergesteuert habe ich eine Sitzposition entwickelt, die zwar nicht an Mr. Burns erinnert, sich aber doch durch hängende Schultern, vorgezogenen Kopf, Rundrücken,… charakterisieren lässt. Dazu gesellt sich eine Tiefenmuskulatur, die wirklich in der Tiefe bei mir schlummert und noch nicht so richtig aktiviert wurde, die Hüftbeuger sind verkürzt und der 4. wie auch der 5. Lendenwirbel gehören richtig mobilisiert. Na Bumm. Also nichts wie weg vom Computer und trainieren…
postet on 15.07.2011 - Eine schöne Vorstellung, wenn der Bauer sein ganzes Tier verkaufen kann, der Koch es richtig und auch richtig gut verarbeitet und der Gast lukullische Gaumenfreuden genießt.
Schauen wir einmal hinter den Vorhang des Biohotel Eggensberger. Da gibt es einmal den Bruder, den Josef, der gut zwei Dutzend Milchkühe in seinem Stall stehen hat, dazu ein paar Ochsen, zwei Pferde und etliche flauschige Streicheltiere. Dann ist da auch noch der Koch Maucher Hugo, der am liebsten „Kässpatzn“ isst, aber nur wenn sich das Käsetrio Romadur, Emmentaler und Bergkäse zart mit den Nocken verschmilzt und dazu ein Tomaten- oder Grüner Salat gereicht wird. Und zum Schluss gibt es auch noch den anspruchsvollen Gast, den Philipp B., der streng genommen zwar kein König ist, aber doch im Königszimmer Ludwig residiert.
Ein paar mal im Jahr liefert also der Josef dem Hugo einen ganzen Ochsen. Der Koch ist da ganz in seinem Element und zerteilt das Tier in seine Teile und verkocht, bratet, schmort, dünstet, brutzelt,… das ganze Tier zu leckeren Gerichten. Die Lehrlinge dürfen und sollen mithelfen, um etwaige Fertigkeiten zu erlernen und können danach einen Tafelspitz von einem Hüferscherzel unterscheiden, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Immer mehr Köche bekommen nämlich die Fleischteile vorportioniert und verpackt geliefert – schon recht einfach das Ganze – einzig die Kochkunst und das Wissen bleiben auf der Strecke. Und das wiederum will der Gast nicht, weil Fertiggerichte kommen bei ihm nicht in die Tüte und darum ist er glücklich, dass im Eggensberger die Philosophie folgende ist; aus vorwiegend regionalen und saisonalen Lebensmitteln gute, schmackhafte und ehrliche Gerichte aufzutischen, die selbstverständlich biologisch sind und wirklich gut schmecken.