Informationen über ANNE & FLORIAN
29.-03. August 2011
posted on 31.08.2011 - Gestern haben uns Auto, Fähre und Füße aus der warmen, lieblichen Schweiz weit in den rauen Norden Deutschlands getragen, auf die Insel Juist. Für Flo, der aus Bern kommt, ist es das erste Mal an der deutschen Küste.
Auf der Fähre kreischen Möwen und Kinder im tosenden Wind um die Wette. Alle sind aufgeregt, endlich auf der Insel zu stranden. Gewaltige Wellen, auf denen tollkühne Surfer galoppieren, Sturmwind, Regenschauer und Sonnenstrahlen empfangen uns auf der Insel. Und auch Annegret Coordes, die Hotelleiterin des Hauses AnNatur, wartet schon auf uns. Ein herrlich frischer Zitrusduft strömt uns aus dem Brunnen im Eingang des Hauses entgegen.”Herzlich Willkommen im Haus AnNatur! Habt ihr schon die Haus-Regeln gelesen?” Wir schütteln den Kopf. “Die Schuhe werden immer am Eingang ausgezogen.”erklärt sie uns lächelnd. Wie zu Hause. Auf leisen Socken werden wir zu unserem Zimmer gebracht, wo frischer, ostfriesischer Tee mit Sahne und “ungesundem Kandis, so wie man in hier trinkt” auf uns wartet. “Der Tee ist fertig, das ist mein Motto.” sagt Annegret. “Klappt nicht immer, aber ihr könnt euch jetzt erstmal aufwärmen und ausruhen.”
Nach einer Tasse vom guten Tee stürzt sich Flo aufs hübsch gemachte Bett. “Nein, warte, erst die Fotos…!” Flo assistiert mir freundlich als Licht- und Best-Man am Set. Dann wirft er sich aufs Bett, um meine Fotosession zu beenden. Er rollt sich in die herrlichen Schurwolldecke ein und schläft sofort ein. Erst zum Abendessen wacht er wieder auf, und das lohnt sich: Ein köstliches vegetarisch-vollwertiges 4-Gang-Bio-Menü erfreut mit jedem Bissen unseren Gaumen und den der anderen 19 Gäste, die bis auf eine kleine Ausnahme alle Stammgäste sind.
Übrigens gibt es noch einen 5. Gang, der nicht auf dem Teller serviert wird: Annegret liest ihren Gästen jeden Abend eine kleine ostfriesische Geschichte vor. Heute zum Thema “Springflut”, weil es die gerade auf Juist gab und das was ganz Besonderes ist.
Vorm Schlafengehen stürzen wir uns nochmal raus in die kühle Meerluft, tanzen am Strand herum und wandeln durch die kleinen Gassen von Juist. Es gibt noch andere, nette kleine Hotels hier, aber wir sind uns sicher:
Wir wohnen sicherlich im ökologischsten und persönlichsten Hotel und bekommen garantiert mit Abstand das köstlichste, gesundeste Essen der ganzen Insel. Wenn nicht des ganzen Nordens.
Ein weiteres Highlight des Hauses zeigt uns spät abends noch eine Stammgästin:
die Gästeküche, in der man sich immer selbst Tee und Kaffee zubereiten kann (gegen einen Unkostenbeitrag). Flo steht staunend vor dem Schokoladenregal. Er zählt 15 Schokoladensorten und fragt “Wie lange sind wir hier? Fünf Tage. Da muss ich Gas geben, wenn ich alle probieren will…”
posted on 31.08.2011 - Beim Anblick des herrlichen Frühstückbuffets kommt mir dann der gleiche Gedanke wie Flo gestern Abend. So viele leckere Käsezubereitungen habe ich noch nie an einem Buffet entdeckt, so viele verschiedene Sorten Milch, sogar Mandelmilch wird zum leckeren Frischkornbrei angeboten.
An unserem Platz wartet frisch aufgebrühter Sanddorntee (am Abend vorher ausgewählt) und feiner Obstsalat auf uns. Den Tag verbringen wir am Meer: Strand- und Dünenspaziergang, Fotografieren, Lesen, im Strandkorb dösen und Tee trinken. Den haben wir uns aus dem Hotel mitgenommen: in jedem Zimmer gibt es eine Isoflasche, die man mit an den Strand nehmen darf. Eine tolle Idee, finde ich! Außerdem einen superkuscheligen roten Bademantel und kuschelige riesengroße Strandlaken, in die man sich so richtig einwickeln kann.
Pünktlich um 18h gibts wieder ein wunderbar frisches, vielseitiges Menü, liebevoll gekocht von Annegret und ihren fleißigen Mädels. Danach nimmt sich Annegret viel Zeit, um uns ihre Geschichte und die des Hauses AnNatur zu erzählen.
posted on 01.09.2011 - Heute dürfen wir in die Küche spinksen, das Herz des Hauses, aus dem eine Köstlichkeit nach der anderen zu uns in den Speisesaal wandert. Alles vegetarisch, vollwertig, frisch und natürlich biologisch. Jeden Tag zaubern die Hotelleiterin Annegret Coordes und die Köchin Barbara gemeinsam ein wunderbar kreatives 4-Gang-Menü. “Beim Abschmecken sind wir uns einig. Da reichen Blicke und wir wissen, was noch fehlt. ” sagt Annegret. Sie ist glücklich, die junge Wienerin in der Küche zu haben. “Das Beste an Barbara ist, dass ich mich 100% auf ihr Wort verlassen kann. Wenn sie mir etwas verspricht, hält sie es, egal was passiert. Das ist Gold wert.”
Seit Annegret vor 20 Jahren das Haus AnNatur von einer Freundin übernommen hat, wird hier biologisch gekocht. Dieses Konzept hat nichts mit einem marktorientierten Bio-Trend zu tun, sondern entspricht Annegrets Wesen. Denn nicht nur in der Küche ist und war schon immer alles Bio: Auch bei der Haus- und Zimmergestaltung, beim Putzen und Waschen, der Wasser- und Stromversorgung etc. wird an die Umwelt und den Menschen gedacht. Unbehandelte Holzmöbel, Ökostrom, Umkehrosmose, abgeschirmte Elektroleitungen…
Annegrets Liebe zur Natur ist übrigens geprägt von ihrer Großmutter, die Tochter einer Bauernfamilie war. Mit ihr haben Annegret und ihre Eltern lange Zeit in einem Mehrgenerationenhaus zusammen gelebt. Aber schon früh musste Annegret dann lernen, einen eigenen Haushalt zu führen; mit 19 wurde sie zum ersten Mal Mutter. Was sie bei ihrer Oma gelernt hatte, konnte sie schnell selbst im Haushalt anwenden.
Heute ist sie selbst stolze Grossmutter vier kleiner Enkel, die sie uns auf Fotos zeigt.Dieses Jahr waren alle Enkelkinder dabei, als sie ein großes Jubiläumsfest vor und in ihrem Haus gefeiert hat. Es gab für sie viel Anlass zu feiern: 20 Jahre Haus AnNatur und 10-jähriges Bestehen der Bio-Hotels, bei denen sie seit fünf Jahren offiziell Mitglied ist.
Aber eigentlich ist AnNatur schon immer ein kleines Bio-Hotel gewesen, denn Annegret hat von Anfang an alles so ökologisch wie möglich ausgestattet. Sie schmunzelt, als sie an die erste Öko-Bettwäsche denkt, die sie damals gekauft hat und erzählt: “Eine Mitarbeiterin kam kürzlich mit besorgtem Gesicht zu mir und teilte mir mit, dass sie kleine Löcher in der Bettwäsche entdeckt habe. Ich musste herzlich lachen und ihr erklären, das sei völlig in Ordnung, diese Bettwäsche sei nun schon etwa 20 Jahre alt und dürfe langsam auch Löcher bekommen.”
Flo und ich schlafen nun in ganz neuer, samtweicher Bettwäsche aus Biobaumwolle und sind gespannt, ob wir diese in 20 Jahren hier wiederfinden können…
posted on 07.09.2011 - Das Wattenmeer gehört zum UNESCO Weltnaturerbe. Das weiss auch die umweltbewußte Hotelleiterin Annegret Coordes und meldet uns zur Wattwanderung bei Heino Behring an. Alle großen und kleinen Wattwanderer merken schnell, dass eine Führung mit Heino ein ganz wichtiges Erlebnis ist! Jeder, der nach Juist kommt, sollte sich unbedingt seiner Wattwanderung anschließen!!
Heino kennt jede Bewegung des Wassers und des Sandes, jedes sichtbare und unsichtbare Lebewesen. Er macht ein spannendes Wasser-Experiment, lässt uns Muscheln für eine Miesmuschelbank sammeln, Krebse in die Hand nehmen, lehrt uns den Wasseranstieg zu beobachten und noch viel mehr… Alles hautnah zum anfassen, anhören, fühlen, riechen. Für alle Sinne ist was dabei! Und es macht Sinn etwas übers Watt zu wissen.
“Das Wattenmeer beeinflusst die Natur auch weit außerhalb der eigenen Grenzen.”
Der Herr des Juister Watts ist ein guter Lehrer.
“Wie der Regenwald die Luft reinigt, reinigt das Watt unser Wasser.”
Ohne Umschweife zählt Heino die alarmierenden Merkmale für die Zerstörung des Lebensraums Wattenmeer auf: Dezimierung des Fischbestandes, Muschelvernichtung, Algenwucherung, Anreicherung von Schadstoffen.
Auch die Ursachen kennt er: Die Vergiftung der Flüsse und Atmosphäre durch Nitrate, Phosphate und Schwermetalle, die durch Niederschläge zu “Nährstoffen” werden, resultiert schließlich in einer Überdüngung, die die Algenwucherung fördert. Übermäßiges Fischen unterbricht die natürliche Nahrungskette und rigoroser Muschelabbau verhindert das Filtern des belasteten Wassers.
Das Wattenmeer und seine Funktion vergleicht Heino mit den menschlichen Organen, die lebensnotwendig sind. Die Zerstörung von Leber, Lunge und Nieren garantiert den sicheren Tod. Für das Leben im Wattenmeer setzt sich Heino täglich ein: Durch Wissen Lebensräume erhalten – Überzeugungsarbeit nach dem Schneeballprinzip.
“Das geschärfte Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit als Basis für verantwortungsvolles Handeln sichert unsere gemeinsame Zukunft.”
Seine Botschaft ist nicht nur von den Teilnehmern an den Wattführungen und Vorträgen aufgenommen worden. Die Erfolge bei der Auseinandersetzung mit Regierung und Verwaltung sind Beweis für seinen Wirkungskreis.
“Die Natur ist unser höchstes Gut. Wenn sie leidet, hören wir sie nicht schreien. Der Mensch aber würde unter seinen eigenen Qualen laut schreien.”
Heino Behring ist ein weiser Mann.
“Die Natur braucht den Menschen nicht. Aber wir brauchen die Natur.”
posted on 17.09.2011 - Ein, zwei Mal im Jahr ist der sagenhafte Märchenerzähler Jens Gottschalk zu Gast bei Annegret Coordes im Haus AnNatur auf der Insel Juist.
Dann dürfen sich die Gäste auf einen ganz besonderen Abend freuen.
“Morgen fängt das Abendessen schon um 17:30 an.” kündigt Annegret am Vorabend an.
“Bitte seien Sie alle pünktlich und nehmt Sie sich für den Abend nichts anderes vor…”
Es lohnt sich! Annegret zaubert zusammen mit Mitarbeiterin Barbara Tucek und ihren fleißigen Helferinnen ein köstliches 8-Gänge-Menü à la Tausend und eine Nacht…
Zwischen jedem Gang gibt es eine kleine Geschichte, die Jens Gottschalk liebevoll und spannend erzählt.
Einfach märchenhaft!!