Eine Schatzkammer voller Spielsachen
Die Natur bietet für Kinder eine unendlich große Schatzkammer voller Spielsachen und den lang ersehnten Freiraum, wo sie sich so richtig austoben können.
Für viele Kinder, die in ihrem Alltag kaum Naturerfahrungen sammeln können, bietet daher der Urlaub im Grünen einen wichtigen Sinneserfahrungspool, auf den
sie ihr Leben lang zurückgreifen werden.
Ein ständig verändertes "Spielfeld".
Viele Erziehungsexperten sind sich in einer Sache sicher: Auch wenn es früher in den Familien oft strenger zugegangen ist, in Wirklichkeit sind Kinder heute stärker
durchorganisiert, beaufsichtigt und eingeengt denn je. So gesehen ist ein Freiraum, in dem sie in Ruhe eigene Erfahrungen
sammeln können, für ihre seelische Entwicklung so wichtig wie nie zuvor. Die freie Natur bietet unzählige Möglichkeiten, um die Realität selbst zu begreifen und zum
ersten Mal Erfolgserlebnisse zu haben. Das kann beim Staudammbauen am Fluss, beim Balancieren auf einem alten Baumstamm oder beim Wandern sein. Für
Naturpsychologen steckt genau in diesem Doppelcharakter einer der wichtigsten Werte der Natur: Sie vermittelt Kindern die Erfahrung von Kontinuität und Sicherheit -
und zugleich ist sie immer neu, immer ein wenig anders und bietet so ein immer neues „Spielfeld", das es zu entdecken gilt.
Erfahrung, Herausforderung und Bestätigung
Kinder brauchen ein gewisses Maß an neuen Erfahrungen und Herausforderungen, an Bestätigungen, an Kompetenzerleben.
Doch wer beispielsweise mit Kindern in den Bergen unterwegs ist, muss umdenken. Ein prestigeträchtiger Gipfelsieg allein ist für Kinder noch nicht Anreiz genug. "Ein Wasserfall, ein See oder eine Almhütte, wo es etwas zu entdecken gibt, sind oft viel interessanter", weiß die Psychologin Helga Aubermann. In der Zeit, in der wir Erwachsenen schnurstracks auf den Gipfel zueilen würden, lassen sich Kinder Zeit, um die Landschaft zu „erschauen" und zu „begreifen" und sammeln dabei Millionen schöner Augenblicke, die vielleicht mehr prägen als jeder Gipfelsieg. BIO-Hotels wie der Feistererhof in der Ramsau oder der Ulrichshof in Zettisch gehen genau auf diese Wünsche der Kleinen ein und bieten im Indianerdorf, am Naturspielplatz, im Felsenerlebnisbad oder beim Mithelfen im Stall jede Menge Spiel- und Bewegungsräume, in denen das Selbstvertrauen der Kinder wachsen kann. Die ersten mutigen Schwimmversuche, das Kraxeln mit Seil und Haken oder das Hochgefühl auf dem Rücken der sanftmütigen Hotelponys. Das alles sind Reiseandenken, von denen Kinder noch lange nach den Ferien kräftig zehren.
Selber bauen macht mehr Spaß.
Außerdem lässt die freie Natur mehr Kreativität zu. Der normale Kinderalltag ist heute komplett durchgestylt, nichts ist dem Zufall überlassen, nichts mehr gestaltbar. Für Kinder und Jugendliche aber ist das eigene kreative Gestalten, das Herstellen von Dingen und sozialen Beziehungen extrem wichtig. Probieren Sie es aus: Sie werden überrascht sein, wie schnell ihre Kinder - auch wenn sie kein Spielzeug mithaben - im Wald ihrer Improvisationslust freien Lauf lassen und sich aus Zweigen, Erdbrocken und anderen „Bauteilen" ihr eigenes Fantasiereich aufbauen. Aber bitte nicht sauer sein, wenn Sie keinen rechten Zugang zu diesem Reich finden. Die Kleinen haben wenigstens ab und zu das Recht auf ein paar Geheimnisse!
Hier kommen Kinder auf den Geschmack.
Kinder nehmen die Welt in erster Linie über Sinneseindrücke wahr.
Über das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und über die Bewegungsempfindungen wird dem Gehirn signalisiert, was Kinder von der Welt erfahren haben. Falls Ihre Kinder „Genuss-Muffel" sein sollten, nützen Sie die Gelegenheit im Urlaub.
Denn fernab von zu Hause sind Kinder offen für Neues und nicht zu vergessen: Sie haben Zeit, um sich voll und ganz aufs Essen zu konzentrieren. Wetten, dass selbst gesammelten Pilze, die erste frisch gefangene Forelle oder über offenem Feuer gebratene Kartoffeln doch schmecken!
Grün streichelt die Seele. Doch nicht nur für Kinder, auch für die Eltern hat ein Urlaub im Grünen seinen ganz besonderen Reiz. Während die Kinder beispielsweise in den BIO-Hotels naturnahe Abenteuer bestehen, können gestresste Eltern endlich wieder das erleben, was sie in ihrem Alltag kaum mehr finden: Pure Stille, die notwendig ist, um endlich wieder in sich hinein zu hören sowie tiefgrüne Aussichten, die wie von selbst für neue Balance und Ausgeglichenheit sorgen.
Die Naturpsychologie
Das Anschauen von Naturbildern im Gegensatz zu Stadtbildern ermüdet weit weniger.
Eine vergleichsweise junge Teildisziplin der Psychologie hat schon vor zwei Jahrzehnten herausgefunden, dass das Anschauen von Naturbildern weit weniger ermüdet als das von Stadtbildern.
Während letztere eher negative Emotionen fördern, lassen erstere die Stimmung steigen, Puls und Blutdruck sinken, und im Gehirn verstärken sich zudem Entspannung signalisierende Alpha-Wellen. Patienten, die aus ihrem Krankenhauszimmer ins Grüne blicken, brauchen nach systematischen Untersuchungen deutlich weniger Pflegezuwendung sowie Schmerzmittel und werden schneller wieder gesund als ihre Leidensgenossen mit Ausblick aufs Nachbargebäude. Auch im Bildungsbereich führt eine grüne Umgebung zu gesteigerter Konzentrationsfähigkeit, besserem Lernvermögen und höherer Kreativität. Dieses Wissen hat längst Einzug in den medizinischen Sektor gefunden. Mehr und mehr wird der Aufenthalt in einer natürlichen Umwelt als Therapeutikum eingesetzt - meist in der Form des Wanderns, bei dem auch die eigenen Natur optimal ins Spiel gebracht wird. Außerdem hat man herausgefunden, dass Outdooraktivitäten wie etwa Abenteuer- oder Trekking-Touren Ich-stärkend und stabilisierend wirken.
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